Unsere Reisevehikel Genty & Jeep

Unsere Reisevehikel Genty & Jeep

3. September 2010

045 Leadville nach Fruita, CO

Am Freitag (3.9.10) brachen wir unser Camp in Leadville ab. Das war auch gleichzeitig unser Abschied von den Rocky Mountains für eine Weile. Die Strecke war sehr abwechslungsreich und führte durch ganz verschiedene Gegenden. Von Leadville hinunter nach Minturn auf der CO-24 fuhren wir zuerst durch stark bewaldetes Gelände, dann vorbei an den Red Cliffs über eine Hochbrücke. Die Strasse wurde auf einem längeren Abschnitt neu geteert (wieder einmal !). Ab Minturn ging es weiter auf der Autobahn I-70 nach Westen, vorbei an den bekannten Ski- und Ferienorden Vail, Beaver Creek und Eagle. Das schönste Stück war durch den Glenwood Canyon wo der Colorado River, die Bahn und die beiden Autobahn-Hälften neben und teilweise übereinander im engen Canyon aus den Rocky Mountains hinaus führen.

Danach wechselte die Gegend von bergig zu hügelig, wobei die grauen Limestone-Hügel teilweise interessante Formen hatten. Später wurde das Tal des Colorado River immer breiter und wir erreichten Grand Junction, das zwischen der Green Mesa im Norden und dem Colorado National Monument im Süden liegt. Der Colorado River hat hier viele Seen und Tümpel gebildet. 15 Meilen weiter, nur noch 20 Meilen von der Grenze nach Utah erreichten wir Fruita (ja hier gibt es Früchte), wo wir über das Labor Day Weekend einen Platz im Monument RV Park reserviert hatten. Labor Day Weekend ist das letzte grosse verlängerte Weekend der Amis und die schönen State Parks in Fruita waren schon seit Wochen ausverkauft.

Unsere Reise führte von 10'200 ft und 2C hinunter auf 4'500 ft und 32C. Ein ziemlicher Klimaschock, den wir mit viel Wasser trinken einigermassen gut überstanden.

Föteli vom Tag gibt es hier.

Position:
39.1492N 108.7362W 4521 ft

2. September 2010

044 Weston Pass Rundfahrt

 Donnerstag (2.9.10)

Leadville liegt auf über 10'000 ft (über 3'000müM). Nur im Hochsommer ist es hier richtig warm. Bereits im Spätsommer und bis über den Frühling hinaus kann es sehr kalt werden. Im Winter liegt während Monaten Schnee. Verkehrsmässig ist Leadville über sechs verschiedene Pässe erschlossen. Drei davon sind Teerstrassen, die im Winter offengehalten werden. Drei weitere Pässe sind Pisten, die früher von Bedeutung waren, als die Teerstrassen noch nicht gebaut waren.

Hagerman Pass hatten wir gestern schon ein Stück weit "getestet". Mosquito Pass gilt als einer der am schwierigsten zu befahrenden Pässe in Colorado, also eher nichts für uns. Bleibt noch Weston Pass. Gemäss Informationen im Internet hat es auf der Westseite ein paar "rauhe" Stellen und auf der Ostseite könne er sogar von normalen Autos mit grosser Bodenfreiheit befahren werden. Zudem gäbe es auf der Passhöhe eine  grossartige Aussicht auf die umliegenden Viertausender. Also nichts wie hin.

Ein paar Meilen südlich von Leadville ist die Abzweigung. Anfangs sogar noch geteert, dann als breite Schotterstrasse führte die Piste durch ein Gebiet mit vielen kleinen Seen und teuren Landhäusern. Nach den letzten Häusern wurde die Piste rasch schmaler und führte in einen Canyon. Je steiler es wurde, desto schlechter wurde die Piste. Seit Jahren haben Regen und Schnee an der Piste "gearbeitet" und sie stellenweise in ein Bachbett verwandelt. Nach ein paar Meilen "Bachbett" kam uns ein ATV (All Terrain Vehicule) entgegen. Auf unsere Frage meinte der Fahrer, wir hätten das Schlimmste hinter uns und die Piste würde flacher und besser. Wir wären fast schon umgekehrt, fuhren mit dieser Information dann frohen Mutes weiter. Der Mann hatte Recht, die Piste wurde flacher. Ueber die Qualität kann man ja getrost geteilter Meinung sein. Nur das Bachbett wurde flacher.

Die Piste führte längs dem Abhang eines längeren Canyons anfangs noch durch Wald, dann Steppe mit Bäumen und zuletzt nur noch durch baumlose Tundra. Wir mussten also schon über 11'500 ft sein. Ganz plötzlich tauchte auf einer Ebene das Schild der Passhöhe (11'921 ft) auf. Wir waren schön überrascht, bestand die Aussicht hier oben doch gerade mal aus den Bergen auf der gegenüber liegenden Talseite. Von Aussicht auf die Viertausender keine Rede. Aber was solls, wir waren ja selbst schon fast auf 3'600 m Höhe.


Nach ein paar Föteli und einem Abstecher zu einer verlassenen Mine (ja, tatsächlich - hier oben) ging es dann auf der anderen Seite wieder hinunter. Unser ursprünglicher Plan war, zum Pass zu fahren, die Aussicht zu geniessen, etwas zu wandern und wieder zurück zu fahren. Wir zogen die Abfahrt auf der anderen Seite vor. Die Piste war tatsächlich weit weniger beschädigt. Länger, aber gut zu fahren. Nach 14 Meilen erreichten wir Highway 24, der südlich nach Buena Vista führt (wo wir vor ein paar Wochen schon einmal wohnten). Von Buena Vista sind es dann nur noch 40 Meilen auf der Hauptstrasse nach Leadville.

Bei der geplanten Aussicht von der Passhöhe haben wir uns vor allem auf Mt. Elbert, den höchsen Berg der Rocky Mountains gefreut (14'440 ft - 4'401 m). Also machten wir noch einen kleinen Abstecher zu den Twin Lakes auf dem Weg zum Independence Pass. Und hier stand er also in seiner ganzen Grösse, der Mt. Elbert.

In Buena Vista machten wir dann noch einen Abstecher über eine schmale Schotterstrasse auf der anderen Seite des Arkansas River. Angeblich sei diese Strecke lohnenswert. Und tatsächlich sie war es. Die schönsten 10 Meilen des ganzen Tages waren eingebettet zwischen Arkansas River und grossen Felsen. Einmal mussten wir durch 4 kurz nacheinander folgende Tunnels fahren. Interessant.

Schlussendlich erreichten wir am Abend Leadville. Wir hatten viel mehr erlebt und vor allem etwas ganz anderes als ursprünglich geplant. Die Aussicht auf Mt. Elbert und die beschriebene Strecke entlang dem Arkansas River entschädigten aber für die vorangegangenen negativen Erlebnisse.


Die Föteli vom Tag gibt es hier.

Position:
39.24476N 106.2914W 10116 ft

1. September 2010

043 Turquoise Lake

Am Mittwoch (1.9.10) stand wieder ein kombinierter Ausflug auf dem Programm. Chrigel war letztes Jahr (allein) schon einmal in Leadville und kennt die Gegend ein wenig. Mit dieser Erfahrung konnte er Marianne einiges zeigen.

Etwas ausserhalb Leadville, idyllisch am Waldrand gelegen, ist eine der ältesten Fischzuchtanstalten der USA (link).  Hier werden Forellen gezüchtet, die in 6 umliegenden Staaten in Seen und Flüssen ausgesetzt werden. Ende Saison ist nicht mehr viel los. Wir haben zuerst das kleine Visitor Center besucht. Anschliessend konnten wir es nicht lassen, aus einem Automaten für 25 cents eine Handvoll Fischfutter-Böleli zu erwerben. Die Forellen waren unheimlich scharf darauf.

In der Nähe von Leadville liegt der Turquoise Lake. Ein Stausee eingebettet in den San Isabell National Forest. Rund um den See führt eine Teerstrasse, die u.a. auch zahlreiche Campgrounds erschliesst. Anfänglich führt die Strasse nahe am Seeufer entlang. Auf der anderen Seeseite ist die Strasse im Wald ziemlich weit oberhalb des Sees. An verschiedenen Stellen eröffnet sich eine schöne Aussicht auf den See und die Berge am Horizont.

Wir fuhren zuerst entlang des Sees bis zur Abzweigung zum Hagerman Pass. Aus purer Neugierde zweigten wir ab und wollten einmal sehen, wie weit wir kommen würden. Auf einer gut ausgebauten Piste am Hang eines Tales mit Aussicht auf die umliegenden Berg fuhren wir bis zum Ende des Tales. Ein grösserer Platz diente Wanderern als Startpunkt. Informationen auf Tafeln erklärten uns, dass die Colorado Midland Railroad früher hier verkehrte. Die Piste ist auf dem damaligen Trassee gebaut worden. Am Ende des Platzes war auch noch der Eingang zum Hagerman-Tunnel sichtbar.

Von hier wurde die Piste etwas enger, aber immer noch gut befahrbar. Auf einem weiteren Platz wurden wir informiert, dass hier die Eisenbahn in grossen hufeisenförmigen Kurven den Pass hinauf fuhr (bevor der Tunnel gebaut wurde). Nur noch wenig war davon zu sehen. Schienen, Einrichtungen und sogar die Schwellen wurden längst abgebaut und anderweitig verwendet.

Nach ein paar weiteren Kurven wurde die Piste sehr schlecht. Wir hatten an diesem Tag keine Lust auf "Jeeping" und kehrten um. Wieder zurück am Turquoise Lake, vervollständigten wir die Rundfahrt. An den verschiedenen Aussichtspunkten genossen wir die Aussicht. Diese waren jeweils etwas von der Strasse entfernt, so dass wir sogar noch etwas zum "wandern" kamen.

Wieder zurück auf unserem Plätzli besuchten wir nach dem Nachtessen noch unseren Nachbarn Dan Caldemeyer, einen Berufsfotografen/Künstler. Dan reist in seinem Motorhome von Ausstellung zu Ausstellung und verkauft seine Fotos, die er im RV auf Papier und Leinwand (!) ausdruckt. Der Wohnraum seines Motorhomes sieht wie ein Atelier aus. Er hat uns einige seiner Arbeiten gezeigt, fantastische Fotos von Tieren, Pflanzen und Landschaften. Wir waren sehr beeindruckt.


Die Föteli vom Ausflug gibt es hier.

Position:
39.24476N 106.2914W 10116 ft