Unsere Reisevehikel Genty & Jeep

Unsere Reisevehikel Genty & Jeep

13. August 2010

030 Fort Collins - Reparatur Frontschaden

Am Sonntag (8.8.10) haben wir den ganzen Vormittag auf dem Wal-mart Parkplatz mit Telefonieren und Internet-Zeitungen lesen verbracht. Am Nachmittag haben wir die Abwassertanks des Genty bei einer Dumpstation gründlich geleert und Frischwasser aufgefüllt. Dann fuhren wir zum Artistic Body Shop, der Werkstatt, wo der Genty ab Montag geflickt wird. Der Platz ist zwar nichts Besonderes, aber für ein schönes Abendstimmungs-Bildli hat es alleweil noch gereicht.

Am Montag sind wir in aller Frühe aufgestanden ! Wir wollten ja bereit sein, wenn die Arbeiter kommen. Wir mussten allerdings dann bis fast um 9 Uhr warten, bis wir mit dem Genty in die Werkstatt fahren konnten. Mit Jason, dem Inhaber der Werkstatt, haben wir vereinbart , dass wir während der Reparatur zeitweise im Genty bleiben können. So mussten wir uns nicht die ganzen Tage irgendwo um die Ohren schlagen. Jason und sein einziger Mitarbeiter, Chris, haben dann mit der Reparatur angefangen. Am Montag wurde die Fiberglass-Arbeit ausgeführt und die Front wieder in Form "geschliffen". Während dieser Arbeit besuchten wir die Altstadt (Old Town) von Fort Collins. Nebst vielen alten, schön renovierten Hàusern gibt es auch viel Blumenschmuck. Fort Collins ist eine Universitätsstadt und in der Oldtown ist fast jedes zweite Haus eine Bar, Bistro oder Club.

Am Dienstag wurde am Genty die Front fertig geformt und grundiert. Ein Mechaniker von RV World kam vorbei und ersetzte die defekte Treppenstufe. Unsere Mannschaft war an diesem Tag auf Einkaufstour. Bei Staples erwarben wir einen neuen Bürostuhl und bei Lowes einen neuen Grill. Wir entdeckten auch Sprouts Farmers Market, ein Spezialgeschäft für gesundes (!?) Essen und Bio-Gemüse, etc. Wir haben ein paar Sachen eingekauft, u.a. einen frischen Hackbraten zum selber backen.

Am Mittwoch war am Genty "Mal-Tag". Weil der halbe Genty mit Papier verkleidet wurde, mussten wir schon um 10 Uhr verschwinden und durften erst um 5 Uhr wieder kommen. Wir erlebten so noch einen langen Pösteli-Tag. Ohne Stress konnten wir den Rest des Vormittags bei Target verbringen. Wir kauften zwar nicht viel, aber es war schön kühl dort drin. Draussen war es um 30C und ziemlich schwül. Die Zeit reichte auch gut für einen Haarschnitt von Chrigel. Später besuchten wir das alte und das neue Factory Outlet, fanden aber nicht viel interessantes zum kaufen. Weil die Farbe am Genty um 5 Uhr noch nicht ganz trocken war, kamen wir ausser Programm zu einem auswärtigen Nachtessen. Bei Charco Broiler gab es Lachs gebraten für Marianne und eine Forelle für Chrigel, dazu Pommes und einen gemischten Salat. Auch eine Flasche White Zinfandel von Beringer musste dran glauben. Zum Dessert eine hausgemachte Bananencrème-Torte mit viel Rahm (zum abnehmen !!) Zum Glück haben wir nur ein Stück bestellt mit zwei Gabeln. (Empfehlung der Serviertochter). Wieder zu Hause mussten wir uns noch einen Grappa zum verdauen genehmigen.

Am Donnerstag Vormittag wurden die Arbeiten abgeschlossen. Wir haben die Rechnung selber bezahlt, weil die Versicherung sich bis heute mit der Schadensregelung zierte. Wir hoffen, dass wir den Betrag zurück erhalten werden. Am Mittag verabschiedeten wir uns von Jason und Chris (danke für die gute Arbeit), fuhren zum dumpen und weiter zu "unserem Plätzli" beim Wal-mart  Am Nachmittag liessen wir uns beide bei der Pedicure noch die Füsse verschönern (war nötig !)

Auch ein neues Problem zeigte sich diese Woche. Unser DirecTV Empfänger hat wieder einmal den Geist aufgegeben, diesmal aber ganz. Wir warten auf einen neuen. Leider haben die Angestellten dort viel Mist gebaut und zuerst ein Exemplar nach Las Vegas geschickt statt nach Fort Collins, dann die Ersatzlieferung nicht ausgeführt und jetzt gibt es keine Geräte am Lager. Wir werden wohl noch länger warten müssen.

Heute Freitag (13.8.10) verliessen wir unseren temporären Wohnort und fuhren 20 Meilen nach Loveland, wo wir für zwei Tage einen Full Hookup Platz auf dem Riverview RV Park gemietet haben. Marianne hat bereits die ersten zwei Trommeln Wäsche erledigt. Gegen Abend erhielten wir Besuch von einem Eichhörnchen, das nicht sehr scheu war. Wir opferten etwas von unseren Frühstücks-Müesli-Körnli, die es mit viel Freude verspeiste.

Föteli von den letzten Tagen (Genty Reparatur und anderes gut gemischt) gibt es hier.

Position:
40.58044N 105.0267W 4930 ft

7. August 2010

029 Fort Collins, CO

Am Donnerstag (5.8.10) verabschiedeten wir uns von Buena Vista und fuhren weiter dem Arkansas River flussaufwärts entlang nach Leadville, der seinerzeit grössten Minenstadt (1890: 50'000 Einwohner). Dann weiter über den Fremont Pass (11'320 ft) mit einer der grössten Molybdän Minen der USA nach Copper Mountain (Ski-Ort) wo wir die Autobahn I-70 erreichten. Auf der Autobahn herrschte reger bis starker Verkehr, wir kamen aber gut voran. Auf der starken Steigung zum Eisenhower–Johnson Memorial Tunnel (11'158 ft - höchster, ganzjährig geöffneter Autobahntunnel der Welt) gehörten wir zusammen mit all den grossen Lastwagen zu den langsamsten Fahrzeugen. Wir schafften aber auch diesen Pass ohne Ueberhitzung. In diesem Tunnel überquerten wir wieder einmal die Continental Divide. Auf der anderen Seite ging es relativ steil bergab. Bei Georgetown konnten wir im Tal gerade einen Zug der Georgtown Loop Railroad beobachten, eine Eisenbahn auch aus der Minenzeit, die heute als Touristenattraktion fahrplanmässig verkehrt.


Am frühen Nachmittag verliessen wir die Rocky Mountains und erreichten die stark bevölkerte Gegend um Denver. Eine Stunde später in Richtung Norden auf der Autobahn I-25 erreichten wir Fort Collins. Hier werden wir eine ganze Woche bleiben. Wir fuhren gleich zum Artistic Body Shop, wo Jason, der Inhaber unseren Schaden begutachtete und gleich einen Kostenvoranschlag erstellte. Zusammen mit dem Kostenvoranschlag von RV World, unserer zweiten Station (muss die elektrische Einstiegs-Treppe am Genty ersetzen), hat die Versicherung bis am Montag Zeit, die Schadenregelung zu definieren. Wir wollten für das Wochenende auf einem RV Park wohnen. In der weiteren Umgebung von Fort Collins haben wir aber keinen einzigen privaten RV Park, State-Campground oder National Forest Campground gefunden, der für uns noch ein Plätzchen hatte. So fuhren wir halt zum Wal-mart und übernachteten dort auf dem Parkplatz.

Am Freitag fuhren wir  über Mittag noch einmal zum Body Shop um die nächste Woche zu organisieren. Dabei ergab sich ein längeres Gespräch mit Jason, der viel über die Schweiz wissen wollte. Der Oldtimer in der Garage musste noch fertig werden, weil am Montag der Platz in der Werkstatt für den Genty gebraucht wird.

Wir wollten nicht noch eine weitere Nacht auf dem Wal-mart Parkplatz verbringen, deshalb fuhren wir aus der Stadt und suchten ein Plätzli ausserhalb, leider ohne Erfolg. Wir sahen dann ein Schild "Poudre Park" und dachten, in diesem Park könnten wir sicher übernachten. Wir fuhren ein paar Meilen auf der CO-14. Die Strasse wurde schnell einmal enger und stieg steil an. Dann kamen wir in einen Canyon und bevor wir es richtig realisierten, waren wir mitten in einer tiefen Schlucht, die gerade mal so breit war, dass es Platz hatte für den Fluss und die Strasse. Es hatte unzählige Kurven, die mit max. 20 Meilen befahren werden konnten. Die Fahrt wurde langsam mühsam, waren wir doch mit dem Genty (und dem angehängten Jeep) unterwegs. Von einem "Park" war weit und breit nichts zu sehen, nur vereinzelte kleinere Campgrounds mit einem Schild "Campground Full" waren zu sehen. Nach über 20 Meilen, entschlossen wir uns, bei der nächsten Gelegenheit umzukehren. Gemäss Karte führte diese Strasse nämlich über 100 Meilen auf die andere Seite der Rocky Mountains, dorthin wollten wir ganz sicher nicht. Endlich fanden wir einen Campground, der wenigstens so gross war, dass wir mit unserem 18m Zug getrauten, hinein zu fahren. Mit Mühe konnten wir wenden.
 Alle Plätze waren noch leer, hatten aber ein kleines Schild "reserved Aug 6 - Aug 8). Wir sprachen noch kurz mit einem zufällig anwesenden Camp-Host und erfuhren, dass im ganzen Tal am Freitag Abend kein einziger Platz mehr frei sei. Also wenden und zurückfahren, eigentlich schade. Dieser Canyon ist jederzeit eine Reise wert, allerdings lieber etwas vorausgeplant und mit Campground Reservation (oder unter der Woche), aber wir konnten das ja nicht wissen. Wir haben später festgestellt, dass wir in der bekannten "Cache la Poudre River Gorge" waren. Der "Poudre Park" war kein Park, sondern der einzige Weiler im ganzen Tal namens Poudre Park. Dieses Tal ist ein sehr beliebtes Wochenend-Ziel für die lokale Bevölkerung. Man kann hier wandern, fischen, Schlauchboot fahren (River Rafting) und vor allem mit grossen Luftschläuchen gemütlich den Fluss runter fahren. Wir haben jedenfalls Dutzende von beiden gesehen.

Schlussendlich waren wir wieder zurück und hatten genug von Plätzli suchen. Da wir nicht schon wieder zum Wal-mart wollten, haben wir dann beim Visitors Center Halt gemacht. Eigentlich ist parken hier nur für 12 Stunden erlaubt, aber wir blieben dann einfach etwas länger.

Am Samstag erledigten wir noch viele Pendenzen und Telefonate bis am Mittag. Anschliessend fuhren wir ein paar Meilen nach Süden zu einem grossen Shopping Center, wo wir sogar für unseren Fahrzeug-Zug einen Parkplatz fanden. Man darf nicht vergessen, wir fahren normalerweise mit beiden Fahrzeugen zusammen nur von einem Platz zum anderen und machen alle Ausflüge, Einkäufe, etc. nur mit dem Jeep alleine. Die letzten Tage war das etwas anders. Wir fanden im Kaufhaus Target dann wenigstens noch den lange gesuchten neuen Staubsauger, sowie ein paar andere Sachen.

Am späten Nachmittag kehrten wir zum Wal-mart zurück. Morgen Sonntag lassen wir uns bei der Werkstatt für 4-5 Tage nieder (so lange dauert die Reparatur).

Ein paar Bildli unserer Abenteuer gibt es hier.

Position:
40.52456N 104.989W 4865 ft

4. August 2010

028 Buena Vista

Am Mittwoch (4.8.10) wollten wir eigentlich weiterfahren. Da wir aber erst am Donnerstag in Fort Collins (für die Genty-Reparatur) sein müssen (noch 185 Meilen), haben wir uns entschlossen, einen Ruhetag in Buena Vista einzuschalten. Gegen Mittag sind wir nach Buena Vista gefahren, um die Altstadt noch etwas anzusehen.

Unterwegs entdeckten wir ein Schild "Country Store - Goat Farm". Als Liebhaber von Ziegenkäse - nichts wie hin. Zuerst schauten wir uns die wie in einem Zoo ausgestellten Zicklein an, dann besuchten wir den Laden, eben den Country Store. Hier wurden zwanzig verschiedene Sorten Ziegenkäse, -milch und -yoghurt angeboten. Alle Produkte konnten probiert werden - mmh. Wir haben uns für drei verschiedene Käse entschieden und drei kleine Seifen aus Ziegenmilch.

Dann fuhren wir nach Buena Vista hinein, parkierten den Jeep und erkundeten die Main Street zu Fuss. Bald entdeckten wir das alte Courthouse, das heute als Museum benützt wird. Für eine Handvoll Dollar wurden wir in die Zeit vor hundert Jahren versetzt. Im Untergeschoss waren vier Räume vollgestopft von Utensilien aus früherer Zeit. Im Obergeschoss war eine grosse, liebevoll eingerichtete Modelleisenbahn mit Modellen aus der Bergbauzeit aufgebaut. Im Ganzen, eine interessante Begegnung mit der relativ kurzen Geschichte von Buena Vista. Dieser Teil von Amerika ist erst seit ca 160 Jahren besiedelt, vorher waren hier noch einige Indianer, die aber alle vertrieben wurden.

Nach dem Museumsbesuch fuhren wir noch ein Stück weit Richtung Cottonwood Pass, inklusive einem Abstecher an den Cottonwood Lake, wo wieder eifrig gefischt wurde. Wie gewohnt hat es wieder fast die ganze Strecke geregnet. Weil man nicht viel sehen konnte, sind wir dann umgekehrt. Nach einem kleinen Einkauf im City Market ging es zurück zum RV Park. In der Zwischenzeit ist das Gewitter in einen lang andauernden Landregen übergegangen. Morgen fahren wir via Denver nach Fort Collins.



Die Föteli vom Tag gibt es hier.


Position:
38.91106N 106.1814W 8361 ft